Soest Protect: Abgeschafft

Mit größter Freude konnten wir heute dem Soester Anzeiger entnehmen, dass der Sicherheitsdienst „Soest-Protect“, nun endlich nicht mehr in Soest patrouillieren wird.

Soest-Protect machte durch seine fragwürdigen Vorgehensweisen (siehe: hier) von sich reden und war bald für seine Inkompetenz stadtbekannt. Nachdem die Protectler sich immer wieder hoheitliche Aufgaben anmaßten, durften Sie die letzten Monate schon nur noch in Begleitung vom Ordnungsamt patrouillieren.

Ferner machte sich Soest-Protect kürzlich noch unbeliebter, als sie einen stadtbekannten Neonazis einstellten, welcher regelmäßig Freitagabends mit seiner „Sturmwehr“-Jacke am Bahnhof stand und am Samstag in seine Soest-Protect Kluft wechselte. (siehe: JAFS )

Die negative Stimmung gegenüber Soest-Protect entging auch der Stadt Soest nicht, welche sich nun einen neuen privaten Sicherheitsdienst suchte. Leider schaffte es die Stadt nicht sich komplett von den günstigen, aber sich bisher als ineffektiv erwiesenen privaten Sicherheitsfirmen zu lösen. So wurde die „Altstadt-Randale“ aus unserer Sicht auch zunächst dahingehend von diesen verstärkt, dass den Jugendlichen Freiräume wie öffentliche Parks genommen wurden. Dies mit der Begründung, dass es nach 22 Uhr ist, obwohl dort Niemand belästigt wurde. Stattdessen wurden dann alle Jugendlichen an eine konkrete Stelle in der Innenstadt gezwängt an der dann Konflikte entstanden. (insb. Petristraße/Marktstraße)

Allerdings kann man auch einen Fortschritt in der Stadtpolitik erkennen, welche die neuen Sicherheitsdienstleister laut Soester Anzeiger nun nur noch begrenzter verwendet. Zudem setzt die Stadt in neuerer Zeit unter anderem auch auf Streetworker und „richtige“ Ordnungsbeamte.

Insgesamt ist dies eine neue Entwicklung, es bleibt zu hoffen dass der Sicherheitsdienst ADU aus Paderborn sich weniger repressiv verhält und den Jugendlichen auch in der Stadt die Freiräume lässt, die sie brauchen. Dann klappts auch mit dem „Randale-Problem“.

Hier der Artikel aus dem Soester Anzeiger vom 04.01.2012:


Paderborner laufen in Soest Streife

Stadt sucht sich neuen Sicherheits-Partner

Das Ordnungsamt hat sich einen neuen Partner für Sicherheit und Ordnung gesucht. Künftig patrouillieren Mitarbeiter der Paderborner Firma ADU in der Innenstadt. Vorgänger „Soest-Protect“ ist aus dem Rennen.
„Der Vertrag war ausgelaufen, und wir haben die Dienste neu ausgeschrieben“, sagte Regina Matteikat vom Ordnungsamt. Die Paderborner hätten „das wirtschaftlichste Angebot“ abgegeben.
Allerdings ist der Umfang der Einsätze stark zusammengestrichen worden. Während Soest-Protect in seinen besten Zeiten an die 400 Stunden für die Stadt Soest auf Streife ging, sind mit ADU jetzt gerade in den Wintermonaten nur 52 Monatsstunden vereinbart worden.
Das hat mit der stark nachgelassenen Altstadt-Randale zu tun; das ist aber auch eine Konsequenz aus den Verpflichtungen stadteigenen Mitarbeiter („Stadtwache“), die seit dem vergangenen Jahr Augen und Ohren vornehmlich in den Nächten am Wochenende aufhalten und die offensichtlich einen besseren Draht zu jungen Leuten gefunden haben als private Sicherheitsdienste.

ADU managt auch Personal und Hotels

Hinter ADU verbirgt sich ein stattliches, mittelständisches Unternehmen mit 2500 Beschäftigten. „Unsere Firma gibt es seit 19 Jahren“, sagt der für die Sicherheitssparte zuständige Mitarbeiter Harald Kaup gegenüber unserer Zeitung. ADU beschäftige such unter anderem mit Gebäude- und Personalservice und betreibe auch eine Hotelsparte. Kaup selber, ein ehemaliger Polizist, ist seit 19 Jahren in Sicherheitsdiensten unterwegs, ADU kümmert sich seit drei Jahren um Security-Dienste. „Die Aufgaben sind uns wohl vertraut“, sagt Kaup, auch wenn nun erstmalig eine Kooperation mit einem städtischen Ordnungsamt vereinbart wurde.

Für Soest-Protect nichts mehr zu tun

„Kennengelernt“ haben sich die Stadt Soest und ADU bereits auf der Kirmes vor acht Wochen. Die Paderborner unterstützen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und machten mit beim „Crowd-Managment“, berichtete Regina Matteikat. Dabei wurde versucht, Besucherströme frühzeitig zu steuern, damit es erst nicht zu großen Menschenansammlungen kam.

Für den Vorgänger Soest Protect scheint es nun kaum noch Arbeit zu geben. Im benachbarten Wickede hat Soest-Protect die Gemeinde wissen lassen, sich „wegen schlechter Auftragslage“ aus dem Vertrag mit dem Ruhrort zurückziehen zu wollen. Auch in Wickede hatten die Protect-Aufpasser wöchentliche Kontrollgänge an Brennpunkten übernommen.
Ob es die Firma überhaupt noch gibt, ließ sich nicht klären. Seit Tagen ist bei Soest Protect niemand zu erreichen: Die Festnetznummer ist abgeschaltet; an das Handy des Geschäftsführers geht niemand.

Doppeltes Gedenken

In Gedenken an die Reichspogromnacht fanden in Soest gleich zwei Gedenkveranstaltungen statt. Während am 09.11 in Wuppertal eine große Demo zum Gedenken an das Pogrom stattfand und gegen Nazis demonstriert wurde, fand in Soest ein historischer Rundgang statt. Ein geschichtskundiger Referent erläuterte einer Gruppe von 20-30 Personen die Verbrechen, welche Nationalsozialisten in Soest begangen hatten und führte die Gruppe zu Orten von denen aus die Nazis ihre Verbrechen geplant und umgesetzt haben. Anwesend waren unter anderem auch Zeitzeugen. Organisiert wurde das ganze vom Rosa-Luxemburg-Club Hellweg.

Am 11.11 fand zudem eine Erinnerung an die Reichspogromnacht statt, welche am Platz der alten Synagoge in Soest began und zum jüdischen Friedhof und den Gräbern der russischen Zwangsarbeiter führte. Darüber berichtete auch der Soester Anzeiger in der Ausgabe vom 12.11 unter dem Titel „Gegen das Vergessen“ und machte deutlich, dass auch im Hinblick auf den heutigen Antisemitismus die Erinnerung lebendig gehalten werden muss. Ähnliches forderte auch der Referent vom Rosa-Luxemburg-Club: Es müsse endlich eine zentrale Gedenkstätte für die vom Nationalsozialismus Verfolgten eingerichtet werden, da sich die Stadt bis heute nicht seiner Vergangenheit stelle.

Kirmesbilanz bezüglich faschistischer Umtriebe

Wie jedes Jahr waren auf der Allerheiligenkirmes wieder zahlreiche unorganisierte (Dorf-)Nazis unterwegs, wobei sich die meisten aber mit einem exzessiven Alkoholgenuss begnügten. Sammelpunkte waren wie gewöhnlich diverse Autoscooter. Ferner waren am Freitagabend organisierte Neonazis von der Kameradschaft Hamm unterwegs. Zudem ist ein Angriff von unorganisierten Nazis aus dem Kreis Soest auf eine Person bekannt, welcher allein auf der Tatsache beruhte, dass dieser nicht in ihr Weltbild passte. Scheinbar kam es zudem zu einem Zusammenstoß zwischen Dortmunder Fußballfans bzw. Ultras und Nazis, welcher für letztere ungut endete.

Insgesamt hat sich damit im Vergleich zu den vorigen Jahren nicht viel getan: Öffentliche Fest sind wie gewöhnlich ein Anzugspunkt für unorganisierte Neonazis, welche aus ihrem Dorf kommen um sich in der Stadt zu betrinken. Mitglieder der „Freie Kameradschaft Soest“ sind zwar gesehen worden, aber nicht weiter auffällig geworden und auch ihre Internetpräsenz liegt seit mehreren Monaten brach.

DISCRIMInation: Demonstration in Höxter

Höxter
Nachdem am letzten Samstag bereits gegen die miserablen Bedingungen für Asylsuchende in Bielefeld demonstriert wurde, findet diesen Samstag eine Demonstration in Höxter statt. Folgend der Aufruf von der AFI Höxter.

Auch dieses Jahr gibt’s wieder was zu meckern!

In der Lütmaserstraße in Höxter stehen mehrere Häuser, die als „Flüchtlingsunterkünfte“ genutzt werden. Diese Häuser werden von der Stadt Höxter zur Verfügung gestellt. In diesen Häusern müssen ca. 40 Menschen unter katastrophalen Umständen leben. Abseits der guten deutschen Mitte, sollen sich die Asylsuchenden so unauffällig wie möglich verhalten. Wer unter ständiger Zukunftsangst leben muss kann es sich eben nicht leisten aufzufallen. Unauffällig bleibt nur, wer sich den bürokratischen und polizeilichen Repressionsmechanismen fügt. Diese Unterdrückung formuliert sich unter anderem durch Residenzpflicht, Essensmarken, ungeklärten Aufenthaltstatus und Schikane der örtlichen Behörden. Wer sich dennoch auffällig verhält, sei es bewusst oder unbewusst, muss mit harten Sanktionen, Haft in Abschiebeknast oder der direkten Abschiebung rechnen. Als ob das nicht genug wäre, sind die Bewohner_innn dem alltäglichen Rassismus der Musterdeutschen um sie herum ausgesetzt. Beleidigungen und Benachteiligung sind Alltag. Ob in der Schule, in den Ämtern, auf der Straße, beim Einkaufen bzw. einlösen der Essenmarken. […]

Her mit dem Schönen Leben! Und zwar für alle!

Am 29.10.2011 antifaschistische, linke Politik in Höxter auf die Straße tragen und für ein menschenwürdiges Leben von Flüchtlingen kämpfen!

NO NATION! NO BORDER

Update: Naziaufmarsch am Freitag in Unna

Nicht nur in Hamm sorgt dieses Wochenende ein Naziaufmarsch für Aufregung. Dort findet am kommenden Samstag ein Naziaufmarsch statt, zu dem 200 Teilnehmer erwartet werden. Ein breites Bündnis von der SPD-Hamm bis zur Antifa ruft unter dem Motto „Gegen Rassismus und Soziale Ausgrenzung“ zu Protesten auf. Wie diesen Montag bekannt wurde, planen die Rechtsradikalen aus Hamm auch in Unna einen Aufmarsch.
Die Neonazis kündigen im Internet an, dass am Freitagabend auch eine Neonazi-Demonstration durch die Unnaer Innenstadt stattfinden soll. Laut der Sonderseite zum Naziaufmarsch soll der Naziaufmarsch um 19.00 Uhr am Rathausplatz starten. […]



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