Archiv für August 2008

Lippstadt: Spontandemonstration nach Naziaktionen

22.08.08:
Lippstadt: Spontandemonstration nach Naziaktion

Nazis aus dem Umfeld der „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“ verteilten am 16.08.08 Flugblätter in Soest, welche durch die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie sogar Aufmerksamkeit vom Lokalradio bekamen (siehe: http://de.indymedia.org/2008/08/224812.shtml ). Allerdings war dies nicht die einzige Aktion der Nazis, schon am 04.07.08 fielen diese ihrerseits durch eine Demonstration in Schmallenberg auf, während dieser sie auch das Haus eines Antifaschisten mit Böllern angriffen.

AntifaschistInnen aus dem Kreis Soest und der näheren Umgebung, wollten sich die vermehrten Naziaktivitäten nicht mehr bieten lassen und demonstrierten trotz schlechtem Wetters lautstark und kraftvoll in Lippstadt.
Die Gruppe aus ca. 35 AntifaschistInnen zog durch die trotz Regen relativ gut belebte Innenstadt und verursachte auf dem Rückweg über die Straßen von Lippstadt noch einige Staus.
Das schlechte Wetter brachte allerdings auch Gutes, denn die grünen Freunde schienen im Gegensatz zu den AntifaschistInnen nicht Regenfest zu sein und ließen sich garnicht erst blicken.

Um die Schaulustigen und SympatisantInnen über die Naziaktivitäten aufzuklären wurde das unten stehende Flugblatt verteilt..


Nazis formieren sich im Kreis Soest

„Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“ nennen sie sich. Hinter dem was sich eigentlich so harmlos anhört, verbergen sich Neonazis, die allmählich im Kreis Soest und Umgebung Fuß fassen.
Bei der „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“ handelt es sich im Gegensatz zur NPD oder anderen neofaschistischen Parteien, um eine Gruppe die aus dem Hintergrund agiert, also nicht angemeldet ist, damit ihre Mitglieder anonym bleiben und sie sich besser vor staatlicher Repression und antifaschistischen Gegenaktivitäten verstecken kann. Ihre Mitglieder tauchen auf, verbreiten braune Propaganda und verschwinden wieder.
So auch am letzten Samstag, dem 16.08.08 An diesem Tag zogen Nazis aus dem Umfeld dieser Gruppe durch Soest und verteilten Flugblätter und verklebten Aufkleber. Ein ähnliches Szenario am 17.05.08: 40 Nazis marschieren, unter rassistischen und antisemitischen Parolen, durch Schmallenberg greifen das Haus eines Antifaschisten mit Böllern an, und verschwinden wieder. Am 04.07.08 berichtete bereits die Westfälische Rundschau und am 18.08.08 das Hellweg-Radio von der Formierung der neuen Nazigruppe.
Diese „neuen“ Nazis treten aber nicht mehr auf wie früher. Glatze und Springerstiefel sind bei den meisten organisierten inzwischen verpönt. Sie nennen sich „Autonome Nationalisten“ und kleiden sich wie normale Jugendliche und kopieren das Auftreten der linken Autonomen, was heißt sie treten in schwarzen Kapuzenpullovern, Baseballkappen und Sonnenbrillen auf.
Doch sollte beachtet werden, dass diese neue Generation kein bisschen weniger gefährlich ist also die Alte. Ganz im Gegenteil: Dadurch, dass sie sich kleiden wie die normalen Jugendlichen, werden sie für diese auch attraktiver und ihre Propaganda kommt besser an. Aber auch in der übrigen Gesellschaft ist das Bild des Skinheads verpönt. Auch hier trifft ihre Propaganda eher auf fruchtbaren Boden, wenn sie eben nicht in Springerstiefeln und Bomberjacke Flugblätter verteilen.

Diesem faschistischen Treiben heißt es entschlossen entgegen zu treten. Ein konsequenter Antifaschismus heißt neonazistisches Aufbegehren, wie das der „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“ im Keim zu ersticken und dafür zu Sorgen, dass eine erneute Barbarei des Faschismus verhindert wird, damit Auschwitz nicht noch einmal sei.

Nazis stoppen!
Kein Fußbreit den Faschisten!

Nazis brüsten sich mit Spaziergang

Wie aus einem Bericht auf der Seite der „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“ und einem von ihnen gefakten Bericht auf Indymedia hervorging, wurden am Samstag, den 16.08.08, von Nazis aus dem Umfeld der Gruppe Aufkleber in Soest verklebt, sowie Flugblätter verteilt.

Die Nazis brüsten sich damit, mit etwa 20 Personen durch die Innenstadt gezogen zu sein und „keine Laterne, keine Wasserrinne und kein Stromkasten ausgelassen zu haben“ der nicht mit Aufklebern beklebt worden sei.

Fakt ist allerdings, dass die Nazis einen klar abgesteckten Weg durch die Innenstadt gegangen sind, und nur auf diesem Weg geklebt haben. So war es für AntifaschistInnen aus der Region ein Leichtes dafür zu sorgen, dass bereits einen Tag danach, von dem Spuk nichts mehr zu sehen war.

Nazisticker wird überklebt

Nazisticker wird überklebt

Außerdem schätzen wir die Zahl der Nazis auf weit unter 20 ein. Die Bilder auf ihrer Internetpräsenz, lassen eher vermuten, dass es um die 4-5 Nazis waren, welche durch die Innenstadt gelatscht sind.

Interessant ist allerdings auch, dass Stefan L. aus Scheidingen an dem Spaziergang beteiligt war. Unten stehend sind 2 Bilder von ihm die ihn bei der Aktion selber zeigen, sowie als drittes eine Portraitaufnahme: