Rock gegen Rechts in Soest

Update:Das Konzert fand wie erwartet statt und ca. 10 AntifaschistInnen verteilten noch einige Exemplare des unten aufgeführten Flyers an Gäste und Interessierte im Bereich um das ehemalige Sonic.

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Rocken ist gut, Aktiv werden besser!

Nazis sind dumm und hässlich. Das weiß jeder, selbst dann wenn dies in der Form gar nicht die Wahrheit abbildet. Wer „gegen Rechts“ rocken will, sollte dies nicht alleine um der Party willen tun, sondern sich auch mit dem tatsächlichen rechten Bedrohungspotential auseinandersetzen. Neonazis und extreme Rechte – seien es rechte Fußballfans, sogenannte „autonome Nationalisten“, Naziskins o.a. – stellen für viele eine körperliche Bedrohung dar. Menschen, die nicht ins irrationale Weltbild der Neonazis passen, werden immer wieder extreme Gewaltorgien entladen, die nicht selten im Mord der Betroffenenen gipfeln können. Zumeist betroffen von diesen Angriffen sind MigrantInnen, Jüdinnen und Juden, Homosexuelle und Linke.

Neben der NPD organisieren sich Neonazis in NRW vor allem in den sogenannten „Freien Kameradschaften“ und als „autonome Nationalisten“ die aufgrund ihrer losen Strukturen für GegnerInnen und Verbote kaum greifbar sind. Sie sehen sich als Teil einer braunen Alternativkultur. Sie treten in der Öffentlichkeit schwarz gekleidet, oft vermummt und gewalttätig auf. Sie versuchen so gezielt Jugendliche anzusprechen. Eine Hochburg ist Dortmund, wo immer wieder versucht wird, Angsträume – sog. „No-Go-Areas“ – zu schaffen. Auch im Kreis Soest gibt es Neonazis, die nicht vor Gewalt- und Straftaten zurückschrecken, doch gerade hier müsste es gelten im Kleinen den Kampf aufzunehmen.

Antifaschistischer Widerstand ist nötig! Neonazis müssen wann immer sie versuchen sich zu etablieren, entschlossen zurückgeschlagen werden. Sei dies in Kneipen, auf der Straße oder im Fußballstadion. Dabei soll Antifaschismus nicht zivilgesellschaftliche Imagepflege des Standortes Deutschland oder Kreis Soest sein, die vordergründig sich auf Symbole und Gesten stürzt, sondern effektiv die Wurzeln des Nazismus ins Visier nehmen. Das heißt auch vor allem Ideologien wie Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu skandalisieren und zu bekämpfen. Diese beschränken sich nämlich nicht bloß auf die extreme Rechte, sondern durchziehen das gesamte politische Spektrum. Mag der schlagende Neonazi im Individualfall gefährlicher sein, tragen doch vor allem Elemente reaktionärer Ideologien in der gesellschaftlichen „Mitte“ zu einer bedrohlicheren Gesamtsituation bei.

Antifa muss sich nicht bloß Neonazis in den Weg stellen, sondern auch protestieren, wenn gegen AsylbewerberInnen gehetzt wird und Flüchtlinge von Abschiebung bedroht sind. Wenn Antisemiten von der katholischen Kirche rehabilitiert werden oder sich ein ehemaliger Bundeskanzler mit dem Holocaustleugner Ahmadinejad im Iran trifft.

Antifa ist kein Dienstleistungsunternehmen, sondern braucht eure Unterstützung!
Kommt zur Antifa und unterstützt eure lokalen Gruppen! Try a contact!

Gruppen in der Region:
Antifa Soest: „antifa_soest@yahoo.de“ / www.aaso.blogsport.de
Junge Linke Lippstadt: „lijuli@web.de“ / www.junge-linke.tk

Rock gegen Rechts


4 Antworten auf “Rock gegen Rechts in Soest”


  1. 1 mein name ist hase 07. April 2009 um 0:19 Uhr


    alter, wer von euch komischen typen hat denn das flugi geschrieben? es veranschaulicht, wie wenig information so viel text rüberbringen kann. was habt ihr euch denn d a b e i gedacht? :)

    geilster satz ever:

    „Nazis sind dumm und hässlich. Das weiß jeder, selbst dann wenn dies in der Form gar nicht die Wahrheit abbildet.“



    Also zu allererst ist es unverständlich warum deiner Meinung nach in dem Flyer wenig Information drin stecken soll, schließlich zeigt er die Räume auf die Neonazis nutzen und inwieweit sie eine Bedrohung für viele Menschen darstellen. Zeigt dann daran auf warum Antifa nötig ist und gibt Kontaktmöglichkeiten. Also warum soll in ihm wenig Information stecken?

    Dass der erste Satz sicherlich nicht wortwörtlich gemeint ist, sollte doch klar sein: Es handelt sich hier lediglich um einen reißerischen Aufhänger. Wir wollen unseren Antifaschismus selbstredend nicht auf dem Äußeren von Nazis aufbauen.

    Zur Frage, was wir uns dabei gedacht haben: Ist doch klar, wir wollen unsere vorhandenen Strukturen weiter ausbauen und weitere Menschen für einen Antifaschismus, der ums Ganze geht, gewinnen.

  2. 2 sebbo 07. April 2009 um 13:43 Uhr


    also ich habe dort niemanden etwas verteilen sehen. lediglich im inneren hab ich einen von euch angetroffen und mich ein wenig mit ihm unterhalten. wie man bei euch mitmachen kann wollt er mir aber nicht sagen…:-(


    Hey sebbo!

    Unserer Information nach wurdest du an unsere Email Adresse verwiesen. Das ist auch der normale Weg der Kontaktaufnahme: Schreib uns einfach eine Mail an antifa_soest(ät)yahoo.de und dann klären wir alles weitere. So etwas muss schließlich nicht in einer solchen Kommentarspalte stattfinden. Wir würden uns natürlich freuen wenn du an unserer Gruppe und Antifaschismus im Allgemeinen interessiert bist. Also einfach mal mailen.

    Liebe Grüße

    die Antifa Soest Adminstration

    P.S. Innerhalb bzw. direkt vor dem 21 haben wir auf Wunsch des Betreibers, welcher die Veranstaltung nicht zu sehr politisieren wollte keine Flugblätter verteilt.

  3. 3 mein name ist hase 07. April 2009 um 21:39 Uhr


    jo, danke für die antwort.
    also, ein paar kritikpunkte zum flugi:
    1) kaum ein bezug auf nazi-strukturen im unmittelbaren umfeld und grundsätzlich auf faschismus allgemein
    - gibt es nazis in der stadt soest? wenn ja, wie machen sich diese bemerkbar?
    - ideologischer hintergrund der nazis, ziele und dementsprechend motivationen, leute wie mich kaputtzuhauen? (bin kurde)

    2) keine nennenswerten und greifbaren ansätze
    - wenn ich das flugi lesen würde, würde ich nicht die geringste ahnung haben, was ihr m i r sagen wollt

    3) zu reißerisch und verbalradikal
    - klingt ’nen bisschen wie nen hetzpamplet aus nazi-blättern, nur eben umgekehrt
    - man bekommt den eindruck, ihr wäret in der tat so eine art „sekte“

    -

    ich bin ausländer, aber dennoch an deutschlands politischen geschicken interessiert. mit nazis kann ich selbstredend nichts anfangen, bin allerdings als pkk-anhänger nationalen tendenzen nicht abgeneigt. da ich aber auch antifaschist bin, habe ich gegen euch nichts; eher im gegenteil. deswegen meine kritik.

    reingehauen



    Nunja Nazistrukturen in Soest: Es gibt in Soest momentan kaum eine organisierte Naziszene. Letztes Jahr also 2008 gab es gegen Spätsommer/Herbst einige kleine Aktionen der „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe“, die aber inzwischen aufgrund antifaschistischer Intervention so gut wie tot ist, also keine Aktionen mehr macht und sogar die Seite down ist. [siehe zur der Gruppe unsere alten Beiträge auf Seite 3 im Blog (oben links der Button „älter“)] Abgesehen von dieser momentan nicht aktiven Szene gibt es natürlich rechte Jugendliche in nicht geringem Maße, die aber nicht wirklich aktiv sind, sich also eher mit Freitagsabend-Besäufnissen beschäftigen als mit dem politischen Kampf. Gefährlich gerade für migrantisch und links aussehende Menschen sind sie aber allemal, gerade im Alkoholrausch.

    Der ideologische Hintergrund der Nazis ist eben die Volksgemeinschaft, also eine Gemeinschaft die sich über Blutszusammengehörigkeit definiert, aus der alle nicht-Deutschen ausgestoßen werden müssen. Dabei entsteht diese Volksgemeinschaft nicht über Klassenkampf sondern die Aussöhnung von KapitalistInnen und ArbeiterInnen zu Gunsten dieser Volksgemeinschaft. Um diese Blutsgemeinschaft zu erreichen wird alles angebliche nicht-Deutsche verfolgt ja letztlich vernichtet, eben auch Migrantinnen und Migranten, Linke und nicht zu vergessen die Jüdinnen und Juden, bzw. die Menschen die durch die Nazis als Juden definiert werden. (Schließlich reicht es im rassistischen Antisemitismus der Nazis bspw. jüdische Eltern zu haben, um vernichtet zu werden. Glauben spielt keine wirkliche Rolle.)

    Naja dazu, dass dir das Flugblatt persönlich nichts sagt, das ist natürlich schade. Allerdings ist ja extra die Kontaktmöglichkeit zu uns per Mail und Homepage gegeben. Und da können Menschen wie du, denen das nichts sagt eben auch einfach nachfragen. Wir freuen uns natürlich über konstruktive Kritik, damit wir die Blickpunkte von „Außenstehenden“ besser nachvollziehen und bei folgenden Aktionen beachten können.

    Allerdings ist es uns unverständlich warum du es als „hetzpamplet“ ansiehst.

    Es wäre doch aber spannend diese Diskussion und bspw. vielleicht auch die über die PKK nicht in dieser Kommentarspalte weiterzuführen sondern per Mail oder Ähnlichem. Schreib uns doch einfach mal eine Mail mit einer Kontaktemailadresse, dann können wir die Diskussion weiterführen. [antifa_soest[at]yahoo.de]

    liebe Grüße

    die Antifa Soest Adminstration

  4. 4 kaviagratsel 24. Mai 2009 um 1:21 Uhr

    Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
    Besten Dank und gruss

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