Archiv für Juli 2011

Die Kameradschaft Hamm und die Anschläge in Norwegen

Die Kameradschaft Hamm, eine seit über 5 Jahren bestehende Vereinigung von Neonazis, hat am Wochenende mal wieder das wahre Gesicht des Faschismus und ihre menschenverachtende Ideologie gezeigt. Während die Welt fassungslos auf die Terroranschläge in Norwegen schaut und über das widerliche Gedankengut von Anders Behring Breivik schockiert ist, zeigt die Kameradschaft Hamm am 24. Juli, dem Tag an dem das „Manifest“ Breiviks bekannt wird, als erste Neonazi-Gruppierung offene Sympathien.
Man erklärt das Zitat, welches Breivik über Twitter verbreitete („Ein Einziger mit seinem Glauben wiegt 100.000 Andere auf, die nur Interessen haben“), zum Spruch der Woche. In diesem Kontext kann man also nur davon ausgehen, dass terroristische Anschläge von der KS Hamm als legitimes Mittel zur Durchsetzung des eigenen „Glaubens“ befürwortet werden.

Am nächsten Tag erklärt die KS Hamm jedoch: „Wie mittlerweile selbst die meisten Systemmedien übereinstimmend berichten, handelt es sich bei Anders Behring Breivik um einen christlich-fundamentalistischen, anti-islamischen, pro-zionistischen Freimaurer und damit um jemanden, dessen politischer Dunstkreis in etwa bei PRO, dem Front National oder Geert Wilders‘ „Partei für die Freiheit“ zu verorten ist. Mithin ist Breivik jemand, der mit Nationalismus und Faschismus nicht das Geringste zu tun hat.“

Obwohl man ihn also als „Pro-Zionisten“ ablehnt, zweifelt man nicht an der Legitimität seiner Tat so schreibt die KS Hamm weiter: „Die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei, gegen die sich Breiviks gewaltsamer Widerstand richtete, heißt übersetzt übrigens „Arbeiterjugend-Kampfgruppe“. – So richtig kampferprobt können die norwegischen Sozis allerdings nicht gewesen sein, ansonsten wären sie wohl kaum mit einem Endergebnis von 86:0 vom Platz gegangen.“
Der Terroranschlag wird von den Hammer Faschisten zum „Widerstand“ verklärt und die Opfer, in Anlehnung an den Bombenanschlag durch Timothy McVeigh (168:1), werden verhöhnt. Da bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Faschisten den Terrorismus nicht zu ihrer bevorzugten Aktionsform erklären.

(Im übrigen, ohne auf die abwegige These eingehen zu wollen, dass Rechtspopulisten nichts mit Nationalismus zu tun haben, da sich Breivik politisch tatsächlich in der Nähe der Rechtspopulisten bewegte ist deren „Gedenkkundgebung“ für die Opfer heute umso absurder siehe Indymedia.)

Update: Die Hammer Faschisten haben in einem heutigen Beitrag (26. Juli) zu einem Radiointerview der Jusos über die Anschläge in Norwegen kontextlos diesen Satz angehängt: „Viele Jungsozialisten, darunter auch Jusos aus NRW, nehmen zurzeit übrigens an einem „internationalen Jugendcamp“ in Weißenbach am Attersee (Oberösterreich) teil.“