Archiv für November 2011

Doppeltes Gedenken

In Gedenken an die Reichspogromnacht fanden in Soest gleich zwei Gedenkveranstaltungen statt. Während am 09.11 in Wuppertal eine große Demo zum Gedenken an das Pogrom stattfand und gegen Nazis demonstriert wurde, fand in Soest ein historischer Rundgang statt. Ein geschichtskundiger Referent erläuterte einer Gruppe von 20-30 Personen die Verbrechen, welche Nationalsozialisten in Soest begangen hatten und führte die Gruppe zu Orten von denen aus die Nazis ihre Verbrechen geplant und umgesetzt haben. Anwesend waren unter anderem auch Zeitzeugen. Organisiert wurde das ganze vom Rosa-Luxemburg-Club Hellweg.

Am 11.11 fand zudem eine Erinnerung an die Reichspogromnacht statt, welche am Platz der alten Synagoge in Soest began und zum jüdischen Friedhof und den Gräbern der russischen Zwangsarbeiter führte. Darüber berichtete auch der Soester Anzeiger in der Ausgabe vom 12.11 unter dem Titel „Gegen das Vergessen“ und machte deutlich, dass auch im Hinblick auf den heutigen Antisemitismus die Erinnerung lebendig gehalten werden muss. Ähnliches forderte auch der Referent vom Rosa-Luxemburg-Club: Es müsse endlich eine zentrale Gedenkstätte für die vom Nationalsozialismus Verfolgten eingerichtet werden, da sich die Stadt bis heute nicht seiner Vergangenheit stelle.

Kirmesbilanz bezüglich faschistischer Umtriebe

Wie jedes Jahr waren auf der Allerheiligenkirmes wieder zahlreiche unorganisierte (Dorf-)Nazis unterwegs, wobei sich die meisten aber mit einem exzessiven Alkoholgenuss begnügten. Sammelpunkte waren wie gewöhnlich diverse Autoscooter. Ferner waren am Freitagabend organisierte Neonazis von der Kameradschaft Hamm unterwegs. Zudem ist ein Angriff von unorganisierten Nazis aus dem Kreis Soest auf eine Person bekannt, welcher allein auf der Tatsache beruhte, dass dieser nicht in ihr Weltbild passte. Scheinbar kam es zudem zu einem Zusammenstoß zwischen Dortmunder Fußballfans bzw. Ultras und Nazis, welcher für letztere ungut endete.

Insgesamt hat sich damit im Vergleich zu den vorigen Jahren nicht viel getan: Öffentliche Feste sind wie gewöhnlich ein Anzugspunkt für unorganisierte Neonazis, welche aus ihrem Dorf kommen um sich in der Stadt zu betrinken. Mitglieder der „Freie Kameradschaft Soest“ sind zwar gesehen worden, aber nicht weiter auffällig geworden und auch ihre Internetpräsenz liegt seit mehreren Monaten brach.