Archiv für Januar 2012

Soest Protect: Abgeschafft

Mit größter Freude konnten wir heute dem Soester Anzeiger entnehmen, dass der Sicherheitsdienst „Soest-Protect“, nun endlich nicht mehr in Soest patrouillieren wird.

Soest-Protect machte durch seine fragwürdigen Vorgehensweisen (siehe: hier) von sich reden und war bald für seine Inkompetenz stadtbekannt. Nachdem die Protectler sich immer wieder hoheitliche Aufgaben anmaßten, durften Sie die letzten Monate schon nur noch in Begleitung vom Ordnungsamt patrouillieren.

Ferner machte sich Soest-Protect kürzlich noch unbeliebter, als sie einen stadtbekannten Neonazis einstellten, welcher regelmäßig Freitagabends mit seiner „Sturmwehr“-Jacke am Bahnhof stand und am Samstag in seine Soest-Protect Kluft wechselte. (siehe: JAFS )

Die negative Stimmung gegenüber Soest-Protect entging auch der Stadt Soest nicht, welche sich nun einen neuen privaten Sicherheitsdienst suchte. Leider schaffte es die Stadt nicht sich komplett von den günstigen, aber sich bisher als ineffektiv erwiesenen privaten Sicherheitsfirmen zu lösen. So wurde die „Altstadt-Randale“ aus unserer Sicht auch zunächst dahingehend von diesen verstärkt, dass den Jugendlichen Freiräume wie öffentliche Parks genommen wurden. Dies mit der Begründung, dass es nach 22 Uhr ist, obwohl dort Niemand belästigt wurde. Stattdessen wurden dann alle Jugendlichen an eine konkrete Stelle in der Innenstadt gezwängt an der dann Konflikte entstanden. (insb. Petristraße/Marktstraße)

Allerdings kann man auch einen Fortschritt in der Stadtpolitik erkennen, welche die neuen Sicherheitsdienstleister laut Soester Anzeiger nun nur noch begrenzter verwendet. Zudem setzt die Stadt in neuerer Zeit unter anderem auch auf Streetworker und „richtige“ Ordnungsbeamte.

Insgesamt ist dies eine neue Entwicklung, es bleibt zu hoffen dass der Sicherheitsdienst ADU aus Paderborn sich weniger repressiv verhält und den Jugendlichen auch in der Stadt die Freiräume lässt, die sie brauchen. Dann klappts auch mit dem „Randale-Problem“.

Hier der Artikel aus dem Soester Anzeiger vom 04.01.2012:


Paderborner laufen in Soest Streife

Stadt sucht sich neuen Sicherheits-Partner

Das Ordnungsamt hat sich einen neuen Partner für Sicherheit und Ordnung gesucht. Künftig patrouillieren Mitarbeiter der Paderborner Firma ADU in der Innenstadt. Vorgänger „Soest-Protect“ ist aus dem Rennen.
„Der Vertrag war ausgelaufen, und wir haben die Dienste neu ausgeschrieben“, sagte Regina Matteikat vom Ordnungsamt. Die Paderborner hätten „das wirtschaftlichste Angebot“ abgegeben.
Allerdings ist der Umfang der Einsätze stark zusammengestrichen worden. Während Soest-Protect in seinen besten Zeiten an die 400 Stunden für die Stadt Soest auf Streife ging, sind mit ADU jetzt gerade in den Wintermonaten nur 52 Monatsstunden vereinbart worden.
Das hat mit der stark nachgelassenen Altstadt-Randale zu tun; das ist aber auch eine Konsequenz aus den Verpflichtungen stadteigenen Mitarbeiter („Stadtwache“), die seit dem vergangenen Jahr Augen und Ohren vornehmlich in den Nächten am Wochenende aufhalten und die offensichtlich einen besseren Draht zu jungen Leuten gefunden haben als private Sicherheitsdienste.

ADU managt auch Personal und Hotels

Hinter ADU verbirgt sich ein stattliches, mittelständisches Unternehmen mit 2500 Beschäftigten. „Unsere Firma gibt es seit 19 Jahren“, sagt der für die Sicherheitssparte zuständige Mitarbeiter Harald Kaup gegenüber unserer Zeitung. ADU beschäftige such unter anderem mit Gebäude- und Personalservice und betreibe auch eine Hotelsparte. Kaup selber, ein ehemaliger Polizist, ist seit 19 Jahren in Sicherheitsdiensten unterwegs, ADU kümmert sich seit drei Jahren um Security-Dienste. „Die Aufgaben sind uns wohl vertraut“, sagt Kaup, auch wenn nun erstmalig eine Kooperation mit einem städtischen Ordnungsamt vereinbart wurde.

Für Soest-Protect nichts mehr zu tun

„Kennengelernt“ haben sich die Stadt Soest und ADU bereits auf der Kirmes vor acht Wochen. Die Paderborner unterstützen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und machten mit beim „Crowd-Managment“, berichtete Regina Matteikat. Dabei wurde versucht, Besucherströme frühzeitig zu steuern, damit es erst nicht zu großen Menschenansammlungen kam.

Für den Vorgänger Soest Protect scheint es nun kaum noch Arbeit zu geben. Im benachbarten Wickede hat Soest-Protect die Gemeinde wissen lassen, sich „wegen schlechter Auftragslage“ aus dem Vertrag mit dem Ruhrort zurückziehen zu wollen. Auch in Wickede hatten die Protect-Aufpasser wöchentliche Kontrollgänge an Brennpunkten übernommen.
Ob es die Firma überhaupt noch gibt, ließ sich nicht klären. Seit Tagen ist bei Soest Protect niemand zu erreichen: Die Festnetznummer ist abgeschaltet; an das Handy des Geschäftsführers geht niemand.