„Tag der Heimat“ 2012 in Soest

Zumindest unreflektiert kann man die Berichterstattung des „Soester Anzeiger“ zum „Tag der Heimat“ nennen, welcher anscheinend am letzten Montag in Soest stattfand.
Der „Tag der Heimat“ ist ein von dem revisionistischen „Bund der Vertriebenen“ organisiertes Treffen von Einigen nach dem Krieg vertriebenen Deutschen, welche die „Rückführung“ dieser Gebiete an Deutschland fordern und für sich beanspruchen, für alle damals Vertriebenen zu sprechen (Mehr dazu: hier).

Der Artikel aus dem Soester Anzeiger vom 02.10.12, welcher eine halbe Seite füllt, gibt eine auf dem „Tag der Heimat“ geführte Diskussion über die Präsidentin des BdV, Erika Steinbach, wieder.
So heißt es in dem Artikel:

[…] „Der Publizist [Hubert] Maessen war vom Kreisverband des Bundes der Vertrieben (BdV) als Gastredner zum „Tag der Heimat“ eingeladen worden. In seiner Rede zum diesjährigen Leitwort des BdV „Erbe erhalten – Zukunft gestalten“ sprach Maessen nicht nur vom verloren gegangenen Heimatgefühl der Vertrieben, sondern übte auch deutliche Kritik an Erika Steinbach, der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen in Deutschland. Während ihrer inzwischen 14-jährigen Amtszeit seien die Vertriebenen „mundtot“ gemacht worden. Der BdV sei in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht, politisch hätten die Vertriebenen kein Gewicht mehr und „Frau Steinbach ist der Kanzlerin mehr verpflichtet, als den Vertriebenen.“ Steinbach wolle keine politisch aktiven Vertriebenen, sondern wolle die Vertriebenen ins Museum bringen. „Doch das Unrecht der deutschen Vertreibung darf nicht im Museum ad acta gelegt werden. Wer schweigt, wird vergessen“, rief Maessen den rund 60 Zuhörern im Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“ zu. Und von dort kam Applaus. Seine Forderung: Eine symbolträchtige Entschuldigung von Seiten Russlands, Polen und den Alliierten für das Geschehen, dass, so Maessen die Vertriebenen ihr Leben lang und noch immer belaste. […]

Abgesehen davon, dass die internen Strukturen des BdV wohl kaum den Leser interessieren, wird hier Maessen eine Platform gegeben seine geschichtsrevisionistische Gesinnung zu verbreiten. So verklärt er sich und die Deutschen zu den eigentlichen Opfern des Krieges, welche eine Entschuldigung verdienen würden. Leider liegt uns die gesamte Rede nicht vor, wir gehen aber sehr davon aus, dass kein Wort über deutsche Verbrechen fiel. Dies lässt der Soester Anzeiger leider unkommentiert und gibt nur die abweichende Meinung von Bernhard Schulte-Drüggelte (CDU) über Erika Steinbach wieder. Beachtlich ist auch, dass Maessen grade Erike Steinbach anprangert.
So wirft er ihr vor, den Vertriebenen nicht ausreichend verpflichtet zu sein. Tatsächlich ist Erika Steinbach selbst schon eine ultra-rechte Geschichtsrevisionistin, welche ideologisch Vieles mit „handfesten Nazis“ gemeinsam hat, die NSDAP für eine linke Partei hält und Polen eine Mitschuld am Überfall auf Polen gibt.

Wir begrüßen übrigens die Erkenntnis dieses Alte-Leute-Treffs, dass sie „in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht sind“, sofern der „Tag der Heimat“ öffentlich beworben wurde, ist dies leider an uns vorbei gegangen. Ein Protest wäre durchaus angebracht gewesen, so wird dieser weit rechtsstehende Verein, dessen Landsmannschaften teilweise von Nazis durchsetzt sind, schließlich immer noch in hohem Maße staatlich gefördert.

P.S. Über eine Rede von Hubert Maessen beim BdV wurde bereits 2004 kritisch berichtet. Damals sprach er bei einem „Tag der Heimat“ in Düren Seite an Seite mit Rednern aus dem sehr rechten Milieu und gab scheinbar politisch waghalsige Kommentare von sich. Maessen versuchte sich gegen die berechtigte Kritik allerdings juristisch zu wehren. Eine chaotische Übersicht dazu findet sich hier.