Archiv für Februar 2013

Soest bleibt Naziaufmarsch erspart

Erfreulicherweise scheint uns eine 3. Auflage des vermeintlichen „Trauermarsches“ erspart zu bleiben. Durch diesen hatten die Nazis schon in den vergangenen zwei Jahren den gewaltsamen Tod des jungen Soesters Tim. K. missbraucht um sich Gehör für ihre Propaganda zu verschaffen und gegen Ausländer zu hetzen.

Für uns stellt sich die Frage, wieso die Nazis nicht wieder nach Soest mobilisiert haben. Dafür waren unseren Erachtens mehrere Gründe ausschlaggebend.

Zunächst wurden die zu dem Naziaufmarsch mobilisierenden Gruppen, „Nationaler Widerstand Dortmund“ und die „Kameradschaft Hamm“, verboten. Dadurch sind die Strukturen der Nazis geschwächt worden, Geld und Infrastruktur der Nazis nun in staatlicher Hand. Allerdings haben die Nazis mit der Neugründung der Partei „Die Rechte“ anschaulich bewiesen, dass die Personen hinter den Gruppen ihr menschenverachtendes Weltbild nicht geändert haben. So wurde aus dem hauseigenen „Resistore Versand“ der neue „Antisem.it-Versand“. Gleichzeitig wird geprüft ob die Partei „die Rechte“ als illegale Nachfolgeorganisation der verbotenen Kameradschaften gewertet werden kann. Möglicherweise will man, da schon personell eine hohe Übereinstimmung vorliegt, kein weiteren Indizien für das Verbot liefern.

Aus den beiden Aufmärschen im Vorjahr konnte kein politisches Kapital geschlagen werden. Der Versuch eine funktionsfähige Naziszene in Soest zu etablieren verlief im Sande. Es konnte keine ideologisch gefestigte Organisation und politisch handlungsfähige Gruppe aufgebaut werden. Zurückgeblieben sind „Saufnazis“ und schnelle Aussteiger. Eine Gefahr kann von einzelnen Personen dennoch ausgehen, diese gab es aber bereits vor den „Trauermärschen“.

Obwohl eine erneute Medienpräsenz durch eine Neuauflage des Verfahrens gegen Kayahan B. entstand, scheint sich das Interesse der Nazis in Grenzen zu halten. Nach nur zweimaliger Durchführung, scheinen Sie das Geschehen nicht mehr im Blick zu haben und machten auch keine Veröffentlichungen zu dem Thema. Dies zeigt wie ernst es den Nazis mit ihrer „Trauer“ um das Opfer Tim K. ist und das ihre personellen Ressourcen deutlich begrenzt sind.

Trotz verhaltenem Protest aus dem bürgerlichen Lager, konnte durch zahlreiche Aktionen und Proteste am Tag des Aufmarsches, sowie durch kontinuierliches antifaschistisches Engagement und gelebte Gegenkultur verschiedenster Menschen und Organisationen deutlich gezeigt werden, dass in Soest kein Raum für Rechtsextreme ist.