Archiv für April 2013

Veranstaltungshinweis: Vortrag und Diskussion über den 2. Mai 1933

via rosalux

Zum 80. Mal jährt sich der Tag, an dem die Nazis 1933 Gewerkschaftshäuser besetzten, Gewerkschaftsfunktionäre in die Konzentrationslager einlieferten und die freie gewerkschaftliche Organisation beseitigten. Das Vermögen der Gewerkschaften wurde an die „Deutsche Arbeits-Front“ (DAF) übertragen, eine Zwangsvereinigung der Arbeiter mit den Unternehmern, die im Weiteren jegliche Kampfmaßnahme der Arbeiter verhinderte.

Mit dieser Maßnahme hatten die Nazis die deutsche Arbeiterbewegung endgültig zerschlagen und ihre Diktatur gefestigt. Wie lässt sich diese komplette Niederlage der doch noch Millionen zählenden Arbeiterbewegung erklären? Inwieweit haben das Verhalten und die Politik der Arbeiterorganisationen selbst zu dieser Entwicklung beigetragen? War es eine „kampflose Kapitulation“?

Die größenmäßig relevanten Organisationen der Arbeiter vor 1933 waren der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) sowie die Sozialdemokratische (SPD) und die Kommunistische Partei (KPD). Die – unterschiedlichen – politischen Konzepte dieser drei Organisation im Vorfeld der faschistischen Diktatur sollen dargestellt und beurteilt werden. Über mögliche Konsequenzen für den heutigen antifaschistischen Kampf wird zu diskutieren sein.


03.05.2013 19:30 , Alter Schlachthof

Konzert, Demonstrationen, Naziaufmarsch am 1. Mai in Dortmund

1.Mai
Am 1. Mai 2013 wollen Dortmunder Neonazis, die sich gezwungenermaßen aktuell in der extrem rechten Partei „Die Rechte“ organisieren, am Maifeiertag aufmarschieren. Zudem wird am Abend vor dem 1. Mai wird in Dortmund ein antifaschistisches Konzert stattfinden, am Tag selbst eine antifaschistische Demonstration und diverse Proteste. Alle Informationen gibt es demnächst auf dortmund.blogsport.de.

Die Antifaschistische Union Dortmund hat einen Aufruf zum Protest gegen den 1. Mai veröffentlicht:

Für mehr als nur dagegen! 2.0*
Dem Naziaufmarsch am 1. Mai entgegentreten!

Nach sechs Jahren wollen Neonazis wieder am 1. Mai in Dortmund demonstrieren. Nachdem im Jahr 2007 die Nazidemo durch antifaschistische Gegenproteste massiv behindert werden konnte, wollen es die Dortmunder Neonazis nun noch einmal versuchen. Wir werden alles dafür tun, damit dies ein Versuch bleibt. […Ganzen Text lesen]

Für mehr als nur dagegen, kommt nach vorne!

Auch wenn die Nazis am 1. Mai sich bei ihrem Marsch durch die von der Polizei isolierten Straßenzüge wieder einmal kurz vor der „nationalen Revolution“ wähnen werden: eine relevante politische Kraft sind die bekennenden NationalsozialistInnen in Deutschland nicht. Dass diese jedoch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen, wurde nicht zuletzt auch durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ erneut bewiesen. Aber auch abseits vom Rechtsterrorismus zeugen 183 Todesopfer rechter Gewalt von der mörderischen Potenz rechter Ideologie. Aus diesem Gefahrenpotenzial ergibt sich die Notwendigkeit des Antifaschismus. Es ist nach wie vor inakzeptabel, dass Neonazis durch Dortmund und auch sonst wo, ungehindert marschieren können und ihre antisemitische und rassistische Propaganda verbreiten können. Wir werden dem nicht tatenlos zusehen und auch dieses Mal wieder dafür Sorgen, dass dieses neonazistische Spektakel nicht störungsfrei über die Bühne geht. Wir werden uns allerdings nicht am 1. Mai den Nazis in den Weg stellen, weil es uns so viel Spaß macht, sondern weil Nazis als Feinde der befreiten Gesellschaft zu bekämpfen sind. Eben dieser stehen aber natürlich nicht nur Nazis im Wege. Die bleiernen deutschen Verhältnisse der Gegenwart, in denen Rassismus und Antisemitismus weiter gedeihen und neue Ausformungen annehmen, deren aktueller ökonomischer Erfolg nicht zuletzt auf “arisiertem” Vermögen und erlassenen Schulden des Nationalsozialismus beruht und in denen der postnazistische Sozialpakt dafür sorgt, dass gesellschaftliche Konflikte nicht ausgetragen werden, sind mindestens so problematisch wie die militanten Nazis – und bedürfen selbstverständlich einer nicht weniger scharfen Kritik. Aus diesem Grund werden wir uns auch nicht mit denjenigen gemein machen, die deswegen gegen Nazis protestieren, weil diese dem Ansehen Deutschlands schaden. Unsere Verachtung gilt jenen Zuständen, die faschistische Ideologien immer wieder aufs Neue hervorbringen.

Deshalb:
Naziaufmarsch verhindern! Nieder mit Deutschland! Für die befreite Gesellschaft!