Archiv für Dezember 2013

Kurzmeldungen [Aktualisiert]

Über unseren Twitter-Account haben wir auf diese Nachrichten bereits hingewiesen, geben Sie aber hier noch einmal wieder:


Flüchtlingsheim in Wickede

Die taz berichtet in einem Artikel über das mögliche Flüchtlingsheim in Wickede-Wimbern. Die geplante Unterkunft sorgte, wegen ihrer Größe in einem kleinen Dorf, für überregionales mediales Interesse und diverse rassistische Beiträge auf rechtskonservativen bis rechtsradikalen Internetseiten. In dem Artikel durchleuchtet die taz insbesondere die Beweggründe des Vereins „Wimbern e.V.“, welcher versucht das Flüchtlingsheim zu verhindern.

Die Rechte KV Soest
Bisher sind keine besonderen Aktivitäten von „Die Rechte“ in Soest spürbar geworden. Dominic Bruschke, Vorsitzender des Kreisverbandes, verwaltet mehrere Facebook-Accounts und eine persönliche Internetseite. Kurzzeitig gab es auch eine Internetseite von „Die Rechte“, welche allerdings nach einem Hinweis an den Hoster der Seite gelöscht wurde.

Die CDU hat eine kleine Anfrage über die Zusammensetzung von „Die Rechte“ gestellt, woraufhin „Die Rechte“ nach eigenen Angaben einen Brief zur Begrüßung an den Bürgermeister geschrieben hat. Der Text wurde allerding nicht veröffentlicht.

Darüber hinaus berichtet der Soester Anzeiger in einem aktuellen Artikel über die Strategie von „Die Rechte“ viele Kreisverbände zu gründen. „Die Rechte“ kommentierte den Artikel – wie auch sonst – mit einem Goebels-Zitat.

„Vor 70 Jahren zerstörten Bomben Soest“
Unter diesem Titel veröffentlichte der Soester Anzeiger einen Artikel am 05.12.2013, welcher an den allierten Bombenangriff erinnern sollte. Unzweifelhaft starben an diesem Tag Zivilisten – und daran kann man erinnern. Allerdings heißt es dort u.a.:

Klaus Hilse, Leiter des Kultur- und Verkehrsamtes, saß am Tag danach im Standesamt im zerbombten Rathaus. Fenster und Türen fehlten. „Im Mantel, an der linken Hand einen Handschuh. So habe ich die vielen Opfer des furchtbaren Fliegerangriffs registriert.“

Auf dem Schulhof der Marienschule waren die Toten zusammengetragen worden. 220 Opfer zählte man. Die Suche nach Verschütteten, Verletzten und Verschwundenen dauerte Tage lang an. Der Standortälteste Kurt Schuster erinnert sich: „Das Militär rettete 200 Menschen aus verschütteten Häusern und Kellern“ – und das, obwohl innerhalb der Nazi-Verwaltung nur Kompetenzgerangel herrschte und von dort keine Unterstützung zu erwarten war, wie er verärgert registriert 1944 feierte Soest das traurigste Weihnachtsfest.

Am Bahnhof hatten die Nazis ein großes Schild aufgehängt: „Räder rollen für den Sieg“. Bei dem Bombenangriff war es heruntergefallen. Niemand hob es auf.

Der Autor schafft in dem Artikel eine Trennung zwischen Zivilgesellschaft, Militär und – so scheint es – außenstehenden Nazis, welche von oben herab versucht haben die Soester zu bestimmen. Diese Trennung wurde auch in der Nachkriegsgesellschaft stets wiederholt: Wir waren nicht böse, wir sind nicht die Nazis – Das waren die „dort oben“. Dabei kann man davon ausgehen, dass der Leiter des Kulturamtes im Jahre 1944 mit Sicherheit nicht ideologisch gegen den Nationalsozialismus eingestellt war. Das „Militär“ ist natürlich die Wehrmacht, welcher – trotz andauernder Leugnung – unzählige Kriegsverbrechen und die Mitwirkung am Holocaust nachgewiesen wurde. Und ein höheres Mitglied der Wehrmacht (siehe: Standortältester) darf sich hier als Retter inszenieren, welcher nichts mit „den Nazis“ zu tun hatte. Der Artikel nimmt damit die unsägliche Perspektive der sich rechtfertigenden Nachkriegsgesellschaft ein, statt die Realität zu benennen.