Zwölf nasse Nazis

Paar_Nazis
Am 12.01.14 haben Neonazis von der Partei „Die Rechte“, darunter eine Handvoll Neonazis aus Soest, eine Kundgebung in der Soester Innenstadt abgehalten.

Obwohl Sascha Krolzig sein bestes gab und wie ein Prediger zusammenhangloses über deutsche Interessen und MigrantInnen brüllte, schien selbst der eigene Anhang gelangweilt. Während die angereisten Nazis mit aggressiven Gebärden (Schubsen, Drohungen & Einschüchterungen) reagierten, stand die Soester Naziriege schweigend in einer Reihe und hielt brav ein Transparent. Das regnerische Wetter tat sein übriges und vertrieb die ungeschützten Nazis nach einer Stunde wieder.

Spontan, die Veranstaltung wurde erst am 11.01 bekannt, formierte sich eine Gegenveranstaltung mit rund 40 TeilnehmerInnen. Ein Teil der „bürgerlichen“ TeilnehmerInnen distanzierte sich allerdings nach einiger Zeit – ohne sichtlichen Grund – und demonstrierte 20 Meter entfernt weiter unter dem Motto „Bunt statt Braun“.

Wir finden es nach wie vor, selbst bei einem lächerlichen Haufen, wichtig gegen Neonazis auf die Straße zu gehen. Der offenen Hetze gegen Teile der Bevölkerung, im gestrigen Fall insbesondere gegen Roma und Homosexuelle, muss mit Protest begegnet werden. Bestenfalls noch lautstärker als am Samstag.

Auf eine Protestform des Ignorierens zu setzen ist schlichtweg der falsche Weg. Selbst wenn Neonazis gezielt ignoriert werden würden und das ihre Öffentlichkeitsarbeit durch mangelnde Aufmerksamkeit eventuell erschweren würde, so wäre noch immer nicht die ideologisch bedingte Gewaltbereitschaft behoben und erst recht nicht der gesellschaftliche Nährboden für derartige Ideologien. Ein Problem „wegzuschweigen“ hat auch im historischen Kontext noch keine positiven Effekte erzielt.

Wir bedanken uns bei allen Menschen die nach Soest gekommen sind und das regnerische Wetter ausgehalten haben!

Siehe auch: Artikel im Soester Anzeiger