Archiv für November 2014

Kein Bock auf Nazis & Hools in Hannover

Für Samstag, den 15. November haben „Hooligans gegen Salafisten“ angekündigt in Hannover zu demonstrieren. Hooligans, rechte Arschgeigen und Nazis unterschiedlicher Couleur werden dann, wie zuletzt in Köln, zeigen was sich hinter ihrer vermeintlichen Kritik am Salafismus verbirgt – Rassismus!
Wir werden das nicht zulassen! Kommt nach Hannover, stellt euch mit uns dem rassistischen Mob in den Weg!

Die Gegenveranstaltung beginnt am Samstag dem 15. Nov um 10 Uhr am Steintor Hannover. Auch wenn das aktuelle Verbot der Nazidemo bestand haben sollte, werden diese nach eigenen Angaben trotzdem nach Hannover kommen. Haltet euch auf dem Laufenden z.B. auf http://15n.blogsport.de/ oder der Facebook-Seite Hannover gegen Hogesa.

Rechtsradikale der sog. „neuen Rechten“ unterwegs

Nach Medienberichten verteilte die Gruppe „Identitäre Bewegung Westfalen“ Flyer gegen ein geplantes Übergangswohnheim in Rüthen.

Die „Identitäre Bewegung“ ist eine, insbesonders in Österreich und Frankreich aktive, Gruppe, welche sich gegen „Multi-Kulti“ und für ein sog. System des „Ethnopluralismus“ einsetzt – kurz gesagt hat ihre Ideologie konservativ-reaktionäre Elemente (z.B. Anknüpfung an das Kaiserreich oder an die Wiener „Türkenbelagerung“) und rechtsradikale Elemente (Fremdenhass, massiver Nationalismus). Zu einer nationalsozialistischen Ideologie grenzen sich aber die meisten Mitglieder ab – autoritäre Gesellschaftsvorstellungen werden aber begrüßt. Zur Zeit tritt diese Gruppe in Deutschland zwar meist nur im Internet auf – dort berichtet sie allerdings auch von Kampftrainings, welche die Gruppe gemeinsam absolviert hat. In vielen Bereichen gibt es zudem personelle Überschneidungen zu anderen rechtsradikalen Gruppen. (siehe z.B. Frankfurter Rundschau)

Inhaltlich hetzte der Flyer vor allem gegen den Duldungsstatus von angeblichen „Scheinasylanten“. Damit versucht die Gruppe – wie viele andere rechtsradikale Organisationen – aus den aktuell erhöhten Flüchtlingsbewegungen politisches Kapital zu schlagen und Ängste aus der Bevölkerung zu nutzen.

Der Westen berichtete dazu:

Der Aufruf indes stammt nicht aus Rüthen, sondern von einer „Identitären Bewegung“ – Sitz in Altenbeken im Kreis Paderborn, die der Staatsschutz dem rechten Spektrum zuordnet. „Rüthener haben damit nichts zu tun“, ist Weiken überzeugt. „Man sollte dem einfach keine Aufmerksamkeit schenken.“ Sollte es zu einer Demonstration der Rechten kommen, rät er dazu diese zu ignorieren. „Etwas Schlimmeres kann denen doch gar nicht passieren.“

Zu der „Identitären Bewegung Westfalen“ ist dabei zunächst zu sagen, dass es sich um eine relativ unbedeutende Gruppe handelt: Auch nach eigenen Angaben können sie aus ganz NRW nur um die 30 Menschen für ihre Aktionen mobilisieren. Das Ganze „Identitäre Bewegung“-Netzwerk versuchte eine Großdemonstration in Wien zu veranstalten – mobilisiert wurde in ganz Europa – gekommen sind lediglich 150 Personen (siehe auch Vice-Reportage). Allerdings gibt es auch im Kreis Soest bzw. Lippstadt einige wenige Mitglieder.

Eine – wie in dem Artikel befürchtete – Demonstration der Gruppe ist aber nicht anzunehmen: Die Gruppe versucht sich eher an kleinen Flyer und Transparentaktionen – sicherlich auch wegen dem Fiasko in Wien. Sollte es allerdings zu einer Demonstration von Rechtsradikalen jedweder Art kommen sollte man diese sicherlich nicht ignorieren – sondern ihr entsprechende Gegenproteste und Aktionen entgegensetzen. Denn die Gewalt die von ihnen ausgeht und andere aufhetzen soll verschwindet nicht nur weil sie nicht gesehen wird.