Archiv für März 2016

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Kein Einlass für Flüchtlinge beim Kneipenfestival?

In einem ersten Bericht des Soester Anzeiger heißt es:

Nur ein Ärgernis? Oder Leistungsverweigerung? Oder womöglich Rassismus? Zwei junge Syrer, die sich fürs Kneipen-Festival am Samstagabend eigens Eintrittskarten gekauft hatten, sollen in mindestens zwei Lokalen nicht am Türsteher vorbeigekommen sein. „Was ist das für ein Bild, das Soest da abgibt?!“, fragen die deutschen Freunde, mit denen die Asylsuchenden in der Altstadt unterwegs waren.

Die beiden Flüchtlinge, 21 und 24 Jahre, hatten eigentlich alles, was man so braucht: die gültigen Armbändchen und zusätzlich ihre Ausweispapiere bei sich. Doch beides nutzte ihnen nichts, berichtet eine Soesterin, die zusammen mit weiteren drei Freunden die Syrer an dem Abend begleitete. Der Türsteher vor der „Primo“-Bar ließ die zwei Männer nicht passieren und habe ihnen zu verstehen gegeben: „Araber kommen hier nicht rein“, berichtet die Soesterin, die bei der Szene daneben gestanden habe.

Nach den Vorwürfen reagierten die Kneipen und erklärten:

Primo (Statement Facebook):

Bei uns sind alle Menschen, egal welcher Kultur, Religion oder Abstammung, willkommen. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes einhalten zu können, ist es erforderlich, dass unsere Gäste alt genug sind und sich ausweisen können. Diese Vorgaben haben unsere Mitarbeiter an der Tür sicherzustellen, damit wir gegenüber dem Ordnungsamt der Stadt Soest die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben dokumentieren können. Das Zitat in Absatz 2 des Artikels ist nach Mitteilung unseres Mitarbeiters unzutreffend, da er eine entsprechende Aussage nicht tätigte. Entsprechende Aussagen würden wir von unseren Mitarbeitern auch nicht dulden.

Pesel im Soester Anzeiger:

Der Gastronom verweist darauf, dass im Pesel schon seit Jahren ein Schild hängt, dass Nazis in seinem Laden nicht willkommen sind und man an der Tür nicht nach Nationalitäten gehe, sondern vor allem dann Leute abweisen müsse, wenn der Laden nun einmal voll ist, was an Wochenenden und besonders beim Kneipenfestival häufig der Fall ist.
Warum nun dieser Fall so ein Aufreger sei, findet Lange unverständlich. Vor 20 Jahren hatten viele Kneipen ein Schild an der Tür „Out auf Bounds“, mit dem den hier stationierten Miltärs der Zutritt verweigert wurde, erinnert sich Lange. Das habe aufgrund der damaligen Erfahrungen mit Schlägereien sicher gute Gründe gehabt, rassistisch habe das niemand gefunden.

Das Primo gibt an, man habe die Personen nicht reingelassen, weil Sie sich nicht ausweisen konnten – nach einem Gespräch aber festgestellt hat, dass die Personen schon in Ordnung seien. Die Ausweiskontrollen seien „heutzutage“ leider notwendig. Das Pesel hingegen gibt an, der Laden sei einfach zu voll gewesen. Die Freunde der Flüchtlinge sagen hingegen erwas anderes: Der Türsteher beim Primo würde „Araber“ pauschal abweisen, das Pesel sei nicht zu voll gewesen.

Unabhängig davon wo die Wahrheit liegt, finden wir die Reaktionen der Kneipen (findet ihr auf unserer Homepage) auf die Vorwürfe teilweise unschön, kennen wir doch besonders das Pesel und sein Personal seit Jahren selbst. Zunächst stellten die beiden Kneipen klar, dass die Nationalität in ihren Läden keine Rolle spielt, was super ist – und auch unsere eigene Erfahrung.

Pauschal behauptet dann aber das Pesel mit der „Nazikeule“ angegangen zu werden, statt einfach klar zu stellen, dass es ein Missverständnis war. Dann der eigenartige Vergleich zum Militär, welcher impliziert, dass Flüchtlinge aus guten Gründen draußen bleiben müssten.

Die massiven Abwehrreaktionen gegen das Ansprechen des Problems, statt eines Diskurses helfen dann auch nur den „besorgten Bürgern“, welche mal wieder eine Gelegenheit gefunden haben im Internet ihren Hass zu verbreiten und den Eindruck zu erwecken, das „Volk“ würde durch die Lügenpresse/Antifa/Grünlinksversiffte Gutmenschen oder sonstwem unterdrückt werden.